EMDR


Unser rationales Gehirn ist noch relativ jung. Das "alte" Gehirn, das sogenannte Stammhirn, hat eine Leben regulierende und Leben erhaltende Funktion. Es steuert Körpervorgänge wie Kreislauf, Verdauung, Schlaf u.a.. Bei Gefahr sendet es Impulse von "fight or flight" - Kämpfen oder Flüchten. In subjektiv gefühlt bedrohlichen Lebenssituationen (das kann für ein Kind ein nicht einschätzbares Ereignis sein) werden diese Impulse gleichzeitig an das "neue" Gehirn geschickt. Mit diesem "Auftrag" ist das Gehirn verständlicherweise überfordert. Reaktion darauf ist der Totstellreflex. Wie das Kaninchen vor der Schlange ist die Handlungsfähigkeit eingeschränkt bis hin zur völligen Unfähigkeit, angemessen auf eine Situation zu reagieren. Während Tiere in der freien Natur diesen Stressmoment im wahresten Sinne des Wortes wieder abschütteln, verbleibt dieser vielfach nicht nur im menschlichen Gehirn als traumatische Erinnerung, sondern auch symptomatisch auf Körperzellebene. Bei erhöhten Anforderungen tritt dann schnell Überforderung auf - mit Zittern, Schwitzen, eingeschränktem Blickfeld, Blackout usw.. Und dem Gefühl, die Situation nicht meistern zu können. Oder die traumatischen Bilder rutschen ungehindert in das Tagerleben und beeinflussen das Wohlbefinden.


Die Methode des EMDR wurde aus einem Zufall heraus von der amerik. Psychologin Francine Shapiro entwickelt. Ähnlich den verarbeitenden Augenbewegungen während der Traumphasen (REM) werden beim EMDR die Augenbewegungen im Tagesbewusstsein genutzt, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten sowie Körper und Geist von Blockierungen zu befreien.
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